Ankommen - wäre so eine Sache.
Wie sollte derjenige, der ankommt,
sich noch auf die Suche begeben?
Dienstag, 24. November 2009
Sonntag, 22. November 2009
Sterne bei Tag
Irgendwann im Blauen eines Ozeans. Hast du vergessen? Materie ist verdichtete Energie. Energie ist entdichtete Materie. Und was bewirkt unser Denken? Ganze Scharen von Welten sind Gedankenkonstrukte. Ob es Beweise gibt, fragst du mich in die Sterne der Nacht? Ich antworte: Gibt es die Sterne bei Tag?
Dienstag, 17. November 2009
Casriel
Darf ich über dich schreiben? Gib mir ein Zeichen, wenn nicht, mein Freund. Aber ich möchte die Bilder nicht vergessen. Vielleicht, wenn ich darüber schreibe, vielleicht behalte ich sie besser. - Kennst du auch mich, so wie ich dich kennen lernte? Kannst du mich sehen, erahnen vielleicht, so wie ich dich sehen konnte? Aber was heißt überhaupt "dich"? Du bist ich, ich bin du. Wir leben nur in verschiedenen Zeiten. Wer lebte eigentlich vorher, wer nachher? Chronologisch bist du früher. Aber gibt es eine Zeit aus der Blickwarte, auf der wir beide eins sind?
Ich schreibe über meine Bilder, die ich sah. Und du - gib mir ein Zeichen, wenn ich es unterlassen soll. Kasimir. Oder Casriel vielleicht? Ich weiß nicht, ob ich deinen Namen - meinen Namen richtig verstanden habe. Was war Fantasie, was war wirklich, Casriel? War es tatsächlich Schottland - oder Irland vielleicht, oder habe ich mich im Ort getäuscht? Waren die Bilder deines Lebens wahre Bilder? Oder bildete ich mir alles nur ein? - "Jetzt wird sich natürlich auch bald der Kopf wieder einschalten und wird das alles in Frage stellen...", sagte D. Aber das war gar nicht so sehr der Fall. Ich bin dir und deinem Leben tief verbunden geblieben, Casriel, oder Kasimir, wie auch immer du heißt. - Ich kann unterscheiden, selbst entscheiden, welche Zweifel ich hege und welche Wahrnehmungen ich zulasse. Vielleicht vorübergehend zulasse, bis auf Weiteres. Vielleicht auch weiterhin. Wir selbst haben unser Weltbild in der Hand.
"Was siehst du?" Ich laufe durch eine Landschaft. Mit Wald und Wiesen, Gras, vereinzelt feuchte Bodenstellen. "Welche Kleidung hast du an?" Irgendeine kurze, zerrissene Hose. Ich sehe meine nackten Beine. "Trägst du Schuhe?" Nein, ich laufe barfuß. Ich spüre den Boden unter meinen Füßen, manchmal nass, manchmal steinig, und Gras. "Was hast du oben für eine Kleidung an?" Ein Hemd. Weiß oder beige, verwaschen, etwas zerschlissen. "Mit einem Kragen?" Nein, es ist oben an der Brust aufgeknöpft, ein weites Hemd. "Trägst du Schmuck? Einen Ring vielleicht?" Ich kann keinen Ring entdecken. Nein. Ich sehe Erde an meinen Händen, an meinen Fingern, Erde, die sich tief in die Furchen meiner Hände eingegraben hat. "Bist du ein Mann oder eine Frau?" Ich glaube, ein Mann. Ja. Ich bin groß, sehnig und kräftig, muskulös, schlank. Ich habe längere lockige Haare, blonde Locken. "Wie alt bist du?" Um die dreißig, glaube ich, vielleicht Mitte dreißig. "Wie heißt du? Wie ist dein Name?" Ich bin nicht sicher. Ich glaube Kasimir.
"Kasimir, wohin gehst du?" Ich weiß es nicht genau. Ich glaube, ich bin auf der Suche nach irgendetwas. "Was suchst du?" Ich war lange weg, sehr lange. Jetzt bin ich zurückgekommen. Die Landschaft hat sich verändert. Ich suche mein Haus, aber ich finde es nicht. "Warum warst du lange weg, Kasimir? Was war der Grund?" Ich weiß es nicht. "Gehe zurück in die Zeit, ehe du aufgebrochen bist. Jetzt!" Ich laufe über ein bewirtschaftetes Land, Ackerland. "Gehört es dir, dieses Land?" Ja, es ist schon mein Land. "Womit beackerst du dein Land, Kasimir? Kannst du Geräte erkennen?" Ich bin nicht sicher. Ein Pflug vielleicht... "Siehst du Maschinen?" Nein, keine Maschinen. Wenn, dann wird der Pflug von Pferden oder Rindern gezogen. Oder von Hand. "Welche Zeit ist es? Welches Jahr?" Ich weiß nicht. Ich glaube, so nach 1600. Die erste Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts vielleicht. "Und wohin gehst du jetzt?" Zu einem Haus. Es ist mein Haus. "Siehst du noch jemanden?" Ja, da ist eine Frau. "Ist es deine Frau?" Ja. "Wie sieht sie aus? Welche Kleider trägt sie?" Sie hat ein langes Kleid an, weiß oder hell. Es ist eher weit geschnitten. Sie sieht weiblich aus, schön. Sie hat dunkle, schwarze Haare. "Wie kamt ihr zusammen, Kasimir? Wurdet ihr zu einer Heirat verpflichtet oder war es freiwillig?" Wie es kam, weiß ich nicht, aber wir wollten es. Wir lieben uns. Ich liebe sie sehr und ich fühle mich von ihr ganz geliebt, angenommen, wie ich bin. "Wie heißt sie?" Ich weiß es nicht genau. Vielleicht ... Maria.
"Wie sieht das Haus aus, in dem ihr lebt?" Es sind kleine Räume. Eher dunkel. Mit grob behauenen Mauersteinen. In der Küche ist eine Feuerstelle. Ein Herd, mit einem Feuer. Im Schlafraum liegt ein großes, braunweißes Kuhfell. Aber vielleicht bilde ich mir das auch ein. Ich habe heute auch so ein braunweißes Kuhfell. "Glaube einfach, was du siehst. Kuhfelle sehen alle etwas ähnlich aus." Das stimmt. "Was ist dann geschehen, Kasimir? Warum bist du fortgegangen? Was ist geschehen?" Ich weiß nicht. "Gehe jetzt in die Zeit, in der die Umstände eingetreten sind, wegen denen du fortgegangen bist. Jetzt! Was siehst du, Kasimir?" Ja, ich sehe sie. Maria. Sie stirbt. Sie ist noch jung. "Woran stirbt sie?" Ich weiß nicht. Es ist irgendeine Krankheit, vielleicht das Herz. Sie wird schwach und bricht zusammen. Ich halte sie noch, lege sie auf ihre Schlafstelle. Ich bin bei ihr, während sie stirbt. "Was empfindest du, Kasimir?" Ich bin sehr traurig, meine Brust zieht sich zusammen. "Nach Marias Tod bist du dann weggegangen?" Ja. ich bin viele Jahre durch das Land gereist. Habe als Handwerker gearbeitet. Ich glaube, es gab auch einen Krieg. Aber ich war eher nicht daran beteiligt.
"Gehe jetzt wieder in die Zeit, als du zurück kommst, Kasimir. Wie lange warst du unterwegs?" Ich glaube, es waren so zehn Jahre. "Und was siehst du?" Die Landschaft hat sich verändert. Es gibt mehr Wälder und ich finde mein Land, meinen Acker nicht mehr. Das Land ist verwildert. Ich suche das Haus, in dem wir gelebt haben. "Ist es noch da?" Nein, ich glaube nicht, ich finde es nicht. "Wohin gehst du dann? Gibt es ein Dorf in der Nähe?" Ich sehe einen kleinen Friedhof. Ein Torbogen davor. Zwei gemauerte Pfeiler, und ein kleines Dach mit Ziegeln. Darunter ist eine Glocke aufgehängt. Und ich sehe ein Kreuz. Es sieht aus wie ein keltisch-christliches Kreuz. Neben dem Torbogen verläuft eine Mauer aus grob behauenen, dunklen Steinen. "Gehe durch das Tor. Was siehst du?" Ich gehe an ein Grab. Es ist das Grab von Maria. "Wie sieht es aus?" Da steht eine kleine Säule auf dem Grab, aus Steinen. "Was fühlst du, Kasimir?" Ich sage ihr, dass ich sie niemals vergessen werde.
"Kasimir, gehe jetzt in die Zeit, in der du stirbst. Was siehst du? Jetzt." Ich bin alt geworden. Immer noch schlank und sehnig, aber gebeugt. Ich habe immer noch längere, lockige Haare, aber sie sind weiß geworden, auch meine Haut ist jetzt weiß oder hell. Ich spüre, dass mein Leben an einem dünnen Faden hängt. "Wie erlebst du deinen Tod? Kämpfst du damit?" Nein, ich habe ein langes Leben gehabt. Es ist jetzt Zeit. "Bist du alleine, Kasimir? Hast du noch einmal eine Frau genommen?" Nein, ich bin alleine geblieben. "Was fühlst du im Moment deines Todes?" Ich denke an Maria. Ich bin froh, dass ich bald wieder mit ihr vereint sein werde. -
"Jetzt komme zurück in die heutige Zeit..."
Darf ich über dich schreiben, Casriel? Kasimir? Gib mir ein Zeichen, wenn nicht. Ich möchte die Bilder nicht vergessen. Wenn ich darüber schreibe, vielleicht kann ich sie besser behalten, in meiner Erinnerung.
Ich schreibe über meine Bilder, die ich sah. Und du - gib mir ein Zeichen, wenn ich es unterlassen soll. Kasimir. Oder Casriel vielleicht? Ich weiß nicht, ob ich deinen Namen - meinen Namen richtig verstanden habe. Was war Fantasie, was war wirklich, Casriel? War es tatsächlich Schottland - oder Irland vielleicht, oder habe ich mich im Ort getäuscht? Waren die Bilder deines Lebens wahre Bilder? Oder bildete ich mir alles nur ein? - "Jetzt wird sich natürlich auch bald der Kopf wieder einschalten und wird das alles in Frage stellen...", sagte D. Aber das war gar nicht so sehr der Fall. Ich bin dir und deinem Leben tief verbunden geblieben, Casriel, oder Kasimir, wie auch immer du heißt. - Ich kann unterscheiden, selbst entscheiden, welche Zweifel ich hege und welche Wahrnehmungen ich zulasse. Vielleicht vorübergehend zulasse, bis auf Weiteres. Vielleicht auch weiterhin. Wir selbst haben unser Weltbild in der Hand.
"Was siehst du?" Ich laufe durch eine Landschaft. Mit Wald und Wiesen, Gras, vereinzelt feuchte Bodenstellen. "Welche Kleidung hast du an?" Irgendeine kurze, zerrissene Hose. Ich sehe meine nackten Beine. "Trägst du Schuhe?" Nein, ich laufe barfuß. Ich spüre den Boden unter meinen Füßen, manchmal nass, manchmal steinig, und Gras. "Was hast du oben für eine Kleidung an?" Ein Hemd. Weiß oder beige, verwaschen, etwas zerschlissen. "Mit einem Kragen?" Nein, es ist oben an der Brust aufgeknöpft, ein weites Hemd. "Trägst du Schmuck? Einen Ring vielleicht?" Ich kann keinen Ring entdecken. Nein. Ich sehe Erde an meinen Händen, an meinen Fingern, Erde, die sich tief in die Furchen meiner Hände eingegraben hat. "Bist du ein Mann oder eine Frau?" Ich glaube, ein Mann. Ja. Ich bin groß, sehnig und kräftig, muskulös, schlank. Ich habe längere lockige Haare, blonde Locken. "Wie alt bist du?" Um die dreißig, glaube ich, vielleicht Mitte dreißig. "Wie heißt du? Wie ist dein Name?" Ich bin nicht sicher. Ich glaube Kasimir.
"Kasimir, wohin gehst du?" Ich weiß es nicht genau. Ich glaube, ich bin auf der Suche nach irgendetwas. "Was suchst du?" Ich war lange weg, sehr lange. Jetzt bin ich zurückgekommen. Die Landschaft hat sich verändert. Ich suche mein Haus, aber ich finde es nicht. "Warum warst du lange weg, Kasimir? Was war der Grund?" Ich weiß es nicht. "Gehe zurück in die Zeit, ehe du aufgebrochen bist. Jetzt!" Ich laufe über ein bewirtschaftetes Land, Ackerland. "Gehört es dir, dieses Land?" Ja, es ist schon mein Land. "Womit beackerst du dein Land, Kasimir? Kannst du Geräte erkennen?" Ich bin nicht sicher. Ein Pflug vielleicht... "Siehst du Maschinen?" Nein, keine Maschinen. Wenn, dann wird der Pflug von Pferden oder Rindern gezogen. Oder von Hand. "Welche Zeit ist es? Welches Jahr?" Ich weiß nicht. Ich glaube, so nach 1600. Die erste Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts vielleicht. "Und wohin gehst du jetzt?" Zu einem Haus. Es ist mein Haus. "Siehst du noch jemanden?" Ja, da ist eine Frau. "Ist es deine Frau?" Ja. "Wie sieht sie aus? Welche Kleider trägt sie?" Sie hat ein langes Kleid an, weiß oder hell. Es ist eher weit geschnitten. Sie sieht weiblich aus, schön. Sie hat dunkle, schwarze Haare. "Wie kamt ihr zusammen, Kasimir? Wurdet ihr zu einer Heirat verpflichtet oder war es freiwillig?" Wie es kam, weiß ich nicht, aber wir wollten es. Wir lieben uns. Ich liebe sie sehr und ich fühle mich von ihr ganz geliebt, angenommen, wie ich bin. "Wie heißt sie?" Ich weiß es nicht genau. Vielleicht ... Maria.
"Wie sieht das Haus aus, in dem ihr lebt?" Es sind kleine Räume. Eher dunkel. Mit grob behauenen Mauersteinen. In der Küche ist eine Feuerstelle. Ein Herd, mit einem Feuer. Im Schlafraum liegt ein großes, braunweißes Kuhfell. Aber vielleicht bilde ich mir das auch ein. Ich habe heute auch so ein braunweißes Kuhfell. "Glaube einfach, was du siehst. Kuhfelle sehen alle etwas ähnlich aus." Das stimmt. "Was ist dann geschehen, Kasimir? Warum bist du fortgegangen? Was ist geschehen?" Ich weiß nicht. "Gehe jetzt in die Zeit, in der die Umstände eingetreten sind, wegen denen du fortgegangen bist. Jetzt! Was siehst du, Kasimir?" Ja, ich sehe sie. Maria. Sie stirbt. Sie ist noch jung. "Woran stirbt sie?" Ich weiß nicht. Es ist irgendeine Krankheit, vielleicht das Herz. Sie wird schwach und bricht zusammen. Ich halte sie noch, lege sie auf ihre Schlafstelle. Ich bin bei ihr, während sie stirbt. "Was empfindest du, Kasimir?" Ich bin sehr traurig, meine Brust zieht sich zusammen. "Nach Marias Tod bist du dann weggegangen?" Ja. ich bin viele Jahre durch das Land gereist. Habe als Handwerker gearbeitet. Ich glaube, es gab auch einen Krieg. Aber ich war eher nicht daran beteiligt.
"Gehe jetzt wieder in die Zeit, als du zurück kommst, Kasimir. Wie lange warst du unterwegs?" Ich glaube, es waren so zehn Jahre. "Und was siehst du?" Die Landschaft hat sich verändert. Es gibt mehr Wälder und ich finde mein Land, meinen Acker nicht mehr. Das Land ist verwildert. Ich suche das Haus, in dem wir gelebt haben. "Ist es noch da?" Nein, ich glaube nicht, ich finde es nicht. "Wohin gehst du dann? Gibt es ein Dorf in der Nähe?" Ich sehe einen kleinen Friedhof. Ein Torbogen davor. Zwei gemauerte Pfeiler, und ein kleines Dach mit Ziegeln. Darunter ist eine Glocke aufgehängt. Und ich sehe ein Kreuz. Es sieht aus wie ein keltisch-christliches Kreuz. Neben dem Torbogen verläuft eine Mauer aus grob behauenen, dunklen Steinen. "Gehe durch das Tor. Was siehst du?" Ich gehe an ein Grab. Es ist das Grab von Maria. "Wie sieht es aus?" Da steht eine kleine Säule auf dem Grab, aus Steinen. "Was fühlst du, Kasimir?" Ich sage ihr, dass ich sie niemals vergessen werde.
"Kasimir, gehe jetzt in die Zeit, in der du stirbst. Was siehst du? Jetzt." Ich bin alt geworden. Immer noch schlank und sehnig, aber gebeugt. Ich habe immer noch längere, lockige Haare, aber sie sind weiß geworden, auch meine Haut ist jetzt weiß oder hell. Ich spüre, dass mein Leben an einem dünnen Faden hängt. "Wie erlebst du deinen Tod? Kämpfst du damit?" Nein, ich habe ein langes Leben gehabt. Es ist jetzt Zeit. "Bist du alleine, Kasimir? Hast du noch einmal eine Frau genommen?" Nein, ich bin alleine geblieben. "Was fühlst du im Moment deines Todes?" Ich denke an Maria. Ich bin froh, dass ich bald wieder mit ihr vereint sein werde. -
"Jetzt komme zurück in die heutige Zeit..."
Darf ich über dich schreiben, Casriel? Kasimir? Gib mir ein Zeichen, wenn nicht. Ich möchte die Bilder nicht vergessen. Wenn ich darüber schreibe, vielleicht kann ich sie besser behalten, in meiner Erinnerung.
Montag, 16. November 2009
...dich zu erinnern.
Es gibt nichts mehr zu schreiben. Nur noch zu leben. Um die undenkbaren Wege zu gehen, die nicht gegangen werden wollten. Danach werde ich schreiben oder auch nicht, wohin ich gekommen bin. Ich habe wie immer zu viel Kraft, um aufzugeben. Ich übernehme Verantwortungen. Manchmal zu viel, und ich möchte sie jemandem eine Weile mal geben, der vielleicht ein wenig darauf aufpassen könnte, ehe ich zurück um die Ecke komme. Ich bin gut darin, diejenigen zu finden, die gut darin sind, nicht zu bleiben. Die nicht sehen, welches Wachstum hinter Wänden wartet. Es braucht einen tiefen Blick. [Ja, du, die du oft zwischen den Zeilen verstehst, du hattest ihn einmal, diesen Blick, erinnerst du dich? Zu dem Blick von Seele zu Seele gehört aber ein tägliches Sein.] Was bleibt? Wieder kommt, immer wieder, wieder geht, immer wieder. Wenn die Zeit gekommen ist, will man sie zurückdrehen und noch einmal schauen, keine Chance. Es gibt nichts mehr zu schreiben in diesen Tagen. Bald werde ich wissen, wohin mich die undenkbaren Schritte diesmal führen werden, dann berichte ich vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall, jedes, was niemals sein sollte, lenkt die Schritte verschlungen zur Liebe. Die leise kommt, wenn das Laute, was sich hervortut, weil es sich zu wichtig nimmt, endlich verstummt in der Achtung vor dem, was vergänglich ist, und das ist nun mal alles. Wir werden zurückkehren, eines Tages, in das seelige Einerlei, wir werden beratschlagen, wie unsere Spiele daneben liefen, auch das Gute erkennen, das kleine große Glück um Viertel vor drei, und zwei Jahre später wieder eines. Erinnerst du dich. Na klar, jetzt! Sehe ich es. Und was am Ende zählt. Die Liebe, die du gibst, entspricht der Liebe, die du bekommst. Das. Ist schon alles. Am Ende. Wie einfach. Und ein neuer Anfang wird, wenn der Nebel kommt, wieder alles verschleiern, nach fünf, sechs, sieben Lebensjahren vielleicht. In denen du erneut vergessen haben wirst. Vergiss nicht...
Montag, 2. November 2009
Lärchenglühen
Lärchenglühen. Grüngelber Mirabellenbaum. Ahorn lang schon ohne rote Blätter. Fichten wie immer dumpf und grün. Birken mit ihrem letzten gelben Flaum. Buchen stehen in kupfernen Flammen. Der Wald, er brennt. - Haselnüsse und Eicheln sind gefallen und bereits in die kleinen behaglichen Erdhöhlchen der Siebenschläfer verschleppt. Vogelschwärme haben sich still und heimlich dem Herbstbild entzogen. Fragloser November. Es geht hinein.
Herbstzeit. Eine meiner liebsten Zeiten. Wenn das Leben dazu stimmt. Das tut es derzeitig nicht, so viel sei hier verraten. Ich sprach bereits von Scheitern, das auch eine Chance ist für Demut, Rückzug, Erleiden, Erfahren... - "Alles geben die Götter, die unendlichen, ihren Lieblingen ganz, alle Freuden, die unendlichen, alle Schmerzen, die unendlichen, ganz." Wusste Goethe auch schon ganz gut. Jede Leidenszeit ist immer auch eine Zeit für Entwicklung. Nie war es anders. Die Brüche des Lebens tragen in ihrem Keim die Möglichkeit, genauer hinzuschauen, zu hinterfragen, sich zu orientieren. Was wollte ich doch? Was geriet in Vergessenheit? Wie war das mit der Achtsamkeit in meinem Leben? Wo ist sie verblieben, als die Stunden wieder schneller und schneller wurden?
Und dennoch: Man könnte auch drauf verzichten. Einfach glücklich sein mit sich und dem Drumherum wäre eine echte Alternative. Hat nicht sollen sein. Fürs Erste mal wieder. Am Ende betrachtet - was ist eigentlich schlimmer: Die Zeit, in der alles noch eins scheint, in der man gar nicht bemerkt, dass etwas fehlt, oder die Zeit des Zerbrechens, in der etwas fehlt, das man doch nur anwesend wähnte?
Herbstzeit. Eine meiner liebsten Zeiten. Wenn das Leben dazu stimmt. Das tut es derzeitig nicht, so viel sei hier verraten. Ich sprach bereits von Scheitern, das auch eine Chance ist für Demut, Rückzug, Erleiden, Erfahren... - "Alles geben die Götter, die unendlichen, ihren Lieblingen ganz, alle Freuden, die unendlichen, alle Schmerzen, die unendlichen, ganz." Wusste Goethe auch schon ganz gut. Jede Leidenszeit ist immer auch eine Zeit für Entwicklung. Nie war es anders. Die Brüche des Lebens tragen in ihrem Keim die Möglichkeit, genauer hinzuschauen, zu hinterfragen, sich zu orientieren. Was wollte ich doch? Was geriet in Vergessenheit? Wie war das mit der Achtsamkeit in meinem Leben? Wo ist sie verblieben, als die Stunden wieder schneller und schneller wurden?
Und dennoch: Man könnte auch drauf verzichten. Einfach glücklich sein mit sich und dem Drumherum wäre eine echte Alternative. Hat nicht sollen sein. Fürs Erste mal wieder. Am Ende betrachtet - was ist eigentlich schlimmer: Die Zeit, in der alles noch eins scheint, in der man gar nicht bemerkt, dass etwas fehlt, oder die Zeit des Zerbrechens, in der etwas fehlt, das man doch nur anwesend wähnte?
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